Verein Orgelmusik St. Peter

Bach und Schumann im Dialog

Konzert „Die Orgel im Dialog..."

Montag, 18. August 2025, 19:30 Uhr

Stéphane Mottoul (Hofkirche Luzern), Orgel

Werke von JS Bach und R Schumann

Konzertprogramm

Stéphane Mottoul
*1991

Improvisiertes Präludium und Fuge im Barockstil

Johann Sebastian Bach
1685 - 1750
Triosonate IV BWV 530: Vivace - Lento - Allegro

Robert Schumann
1810 -1856

aus Sechs Fugen über den Namen BACH op 60: V - Lebhaft

Stéphane Mottoul

Improvisierte Andante und Scherzo im romantischen Stil

Johann Sebastian Bach

Orgelkonzert in d-moll nach Antonio Vivaldi BWV 596:
Allegro - Grave - Fuga - Largo e spiccato - Allegro

Robert Schumann

aus Studien für den Pedalflügel op 56: IV - Innig

Johann Sebastian Bach

Fuge Es-Dur BWV 522/2

Stéphane Mottoul

Improvisationen über Themen aus dem Publikum

Konzertinformationen

Mit seinem aktuellen Programm geht Stephane Mottoul der Frage nach, welchen Einfluss das Erbe Johann Sebastian Bachs auf die neue Generation der Romantiker (vertreten durch Robert Schumann) ausgeübt hatte. Denn in der romantischen Ära haben sich sowohl die musikalischen Strukturen, als auch das Musikleben im Allgemeinen weitgehend verändert.

So veränderte sich u. a. dank Franz Liszt die Konzertpraxis: haben die Künstler in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts vorwiegend eigene Werke aufgeführt und vor Publikum improvisiert, so entwickelte sich parallel dazu der Konzept des Interpreten. Dabei spielten Werke des grossen Leipziger Kantors eine besondere Rolle. Frederic Chopin beispielsweise spielte Präludien und Fugen aus dem Wohltemperierten Klavier, um sich auf ein Konzert einzustimmen. Nach der legendären Aufführung der Matthäus-Passion durch Mendelssohn 1839 in Leipzig hat auch das breitere Publikum diese Musik immer mehr für sich entdeckt.
Robert Schumann war, wie viele andere Komponisten von den strengen polyphonen Formen der Musik von Bach fasziniert, die im scheinbaren Gegensatz zu der freien, melodiebetonten romantischen Ausdrucksweise standen. Seine BACH-Fugen sowie Studien in kanonischer Form sind einerseits eine Hommage à Bach und andererseits ein Versuch, die kontrapunktische Strenge mit romantischem Gestus zu vereinen.

Stéphane Mottoul tritt selbstbewusst in den Dialog zwischen Bach und Schumann ein und improvisiert zwischen ihren Werken im barocken und romantischen Stil. Auf diese Weise nimmt er nicht nur auf die Zeit Bezug, als Improvisationen aus Konzertprogrammen nicht wegzudenken waren. Er beweist eindrücklich, dass diese Jahrhunderte alte Tradition auch in der heutigen Zeit immer noch Bestand hat und von der jungen Generation weitergeführt wird.
Am Schluss darf sich das Publikum Themen für freie Improvisationen wünschen. Bringen Sie Ihre musikalischen Ideen mit – ein Lieblingslied, eine selbstkomponierte Melodie oder ein kurzes Motiv, ob bekannt oder unbekannt. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

 

Über den Interpreten

Stéphane Mottoul ist einer der führenden jungen Konzertorganisten Europas. Der in Belgien, Deutschland und Frankreich ausgebildete Musiker, der hauptsächlich an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart sowie am CRR de Saint Maur und am Conservatoire National de Musique et de Danse in Paris ausgebildet wurde, profitiert von der Lehre Ludger Lohmanns, Pierre Pincemaille, Thierry Escaisch, Jean-François Zygel, Lazlo Fassang und Yves Henry in den Disziplinen Orgel, Orgelimprovisation und Harmonielehre. Er erhieltdas A Kirchenmusik Diplom in Freiburg im Breisgau und ist FRCO des Royal College of Organists (UK). Zusätzlich zu seinen Orgelkenntnissen entwickelte Stéphane unter der Leitung von Hansjörg Albrecht auch seine Fähigkeiten als Dirigent.
Stéphane Mottoul ist bekannt für seinen fantasievollen Einsatz von Registrierungen und Orgeltechniken und hat zahlreiche Preise bei verschiedenen Orgelwettbewerben gewonnen. So erhielt er den ersten Preis und den Publikumspreis für Orgelimprovisation und den dritten Preis für Orgelinterpretation beim Internationalen Orgelwettbewerb in Dudelange.
Als Solist konzertiert Stéphane Mottoul regelmässig in ganz Europa und Nordamerika. Zu den bekanntesten Auftrittsorten gehören die Brüsseler Kathedrale, das Zentrum für Schöne Künste in Brüssel, die Lütticher Philharmonie und die Notre-Dame-Basilika in Montreal, Kanada.
Stéphane Mottouls umfangreiches und vielseitiges Repertoire reicht vom Frühbarock bis zum 21. Jahrhundert. Er erforscht die Orgel in all ihren Facetten, sowohl in Stummfilmimprovisationen als auch mit Orchester. Seine Ersteinspielung 'Maurice Duruflé: Complete Organ Works“ (Aeolus, 2017), wurde von der Kritik weltweit mit Begeisterung aufgenommen.
Im Oktober 2021 wurde Stéphane Mottoul zum Organisten der Hofkirche St. Leodegar in Luzern ernannt. Er hat mehrere grosse Projekte abgeschlossen, die die monumentale Orgel der Hofkirche in Szene setzen. Dazu gehören das Gesamtwerk von J.S. Bach in 14 Konzerten im Jahr 2022, die Hauptwerke des romantischen Repertoires im Jahr 2023, gefolgt im Jahr 2024 von den Orgelwerken von Louis Vierne.

 

Eintritt frei, Kollekte