Orgel im Dialog mit Saxophon
Konzert
Montag, 3. Juli 2017, 19:30 Uhr
Ekaterina Kofanova, Orgel
Claudia Tesorino, Saxophon
Werke von Händel, CPE Bach, Rheinberger, Schumann, Healey, Kulenkampff, Bédard
Eindrücke vom Konzert
Konzertprogramm
|
Urs Flück |
Burleske für Altsaxophon und Orgel |
|
Carl Philipp Emanuel Bach |
Flötensonate g-Moll BWV 1020 (früher J.S. Bach zugeschrieben) |
|
Johann Kaspar Kerll |
Passacaglia variata für Orgel solo |
|
Derek Healey |
I. Nature enduring |
|
Thierry Escaich |
Evocation II für Orgel solo |
|
Heiko Kulenkampff |
aus der Eklektischen Suite: |
|
Denis Bédard |
Sonate für Saxophon und Orgel |
Konzertinformationen
In der Konzertsaison 2017 erweist sich die Silbermann/Lhôte-Orgel als eine zu allen musikalischen Seiten hin offene Partnerin. Wobei es auch zu einem wenig bekannten, jedoch ungemein faszinierenden Klangdialog mit dem Saxophon kommt. Zu verdanken ist diese Kombination der deutschkanadischen Saxophonistin Claudia Tesorino. Sie berührt durch ihren lyrischen und sonoren Ton. Einzigartig ist ihre Fähigkeit sich gekonnt zwischen barocker Musik und Jazz sowie zeitgenössischen Kompositionen und freier Improvisation zu bewegen. So erscheinen die barocken „Evergreens“ wie Einzug der Königin von Saba oder eine Flötensonate von Bach in einem völlig neuen klanglichen Gewand.
Eine besondere Stellung im Programm nehmen Werke zeitgenössischer Komponisten aus Kanada, der zweiten Heimat der Solistin. Der Zyklus Northern Landscapes von Derek Healey wurde inspiriert sowohl durch majestätische nordkanadische Landschaften, als auch durch Landschaftsbilder der kanadischen Maler der s.g. Group of Seven (1920 – 1930er Jahre). Nach eigener Aussage des Komponisten versuchte er hier im Eröffnungssatz die „heldenhaften Eigenschaften“ auszudrücken, die es „jeder Lebensform ermöglichen, in einer feindlichen Umgebung zu überleben“. Daher auch die etwas herbe Tonsprache, die in regem Dialog beider Instrumente eindrückliche Bilder entstehen lässt. Hingegen pflegt Denis Bédard einen durchaus melodischen, eingängigen Musikstil, der seine Wurzel klar in der klassischen Tonalität hat, gekonnt angereichert durch peppige Rhythmen und jazzige Harmonien. All diese Zutaten lassen seine Sonate für Altsaxophon und Orgel gleich beim ersten Hinhören zum unbestrittenen Publikumsliebling avancieren.
Über die Musizierenden
Claudia Tesorino, Saxophon
ist in Freiburg im Breisgau geboren, verbrachte aber neben ihren zahlreichen Studienaufenthalten im Ausland auch zehn Jahre im kanadischen Montréal. Seit 2011 lebt die Globetrotterin in Berlin. Sie absolvierte Studien im Hauptfach klassisches Saxophon an der Musikhochschule Würzburg, Akademie für Tonkunst in Darmstadt, am Conservatoire de Musique in Bordeaux und an der Bowling Green State University in Ohio, sowie Jazz Studien an der Bowling Green State University und Concordia University in Montréal, Kanada. Darüber hinaus war sie Stipendiatin des Conseil des arts et des lettres du Québec und des Berliner Senats.
Als freischaffende Saxophonistin wirkte sie in zahlreichen Ensembles und Orchestern wie der Jungen Süddeutschen Philharmonie, Süddeutsches Saxophon-Kammerorchester (CD veröffentlicht bei Orgon), NotaBu-Ensemble Düsseldorf, Bochumer Symphonikern, Bayer-Philharmonikern Leverkusen, Raschèr Saxophone Orchestra (CD veröffentlicht beim Label Bis), Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und Duisburg, Bergischen Symphonikern, Musicians of the World Symphony Orchestra Montréal, Adirondack Wind Ensemble, Komische Oper Berlin, Neubrandenburger Sinfonikern, Rundfunksinfonie Orchester Berlin und in verschiedenen Big Bands.Von 1998 bis 2001 gab sie als Bariton-Saxophonistin des Tetraphonics Quartetts zahlreiche Konzerte in ganz Deutschland, Montréal, Florenz und New York City.
Derzeit konzertiert Claudia Tesorino vor allem im Duo mit Klavier und Orgel. Ihr Repertoire reicht von barocken Arrangements über zeitgenössische Kompositionen bis hin zu Jazz und freier Improvisation. Als Solistin und Kammermusikerin spielte sie unter anderem Uraufführungen von Harald Genzmer, Larry T. Bell, Günter Becker, Bernard Rands, Derek Healey, Ruth Watson-Henderson, Mathieu Lussier. Mehrere ihrer Konzerte wurden von verschiedenen Radio und Fernseh-Sendern übertragen: North Country Public Radio, CJNT Montréal, Phoenix, Hessischer, Bayrischer, Westdeutscher und Saarländischer Rundfunk, Deutschlandradio Kultur sowie Deutschlandfunk.
Als Solistin ist sie auf der, im Altenberger Dom zusammen mit Orgel aufgenommenen, CD “Time’s Telling True“ zu hören. Weiterhin auf der CD “Passages“ (Atma) des Komponisten M. Lussier und der Improvisations-CD “Hotspot” (Shaa music) mit Duonità & Schlagzeug/Live Elektronik. Im Sommer 2015 erschien eine weitere Saxophon & Orgel CD beim Label Klanglogo in Düsseldorf.
Ekaterina Kofanova, Orgel
wurde 1973 in Minsk (Belarus) in einer musikalischen Familie geboren. Sie erhielt vielseitigen musikalischen Unterricht am Musiklyzeum in ihrer Heimatstadt, das sie 1991 mit Auszeichnung abgeschlossen hat. 1991 – 1999 studierte Ekaterina Kofanova Musikwissenschaft (u.a. bei Prof. Dr. Inna Barsova) und Orgel bei Prof. Alexei Parschin am Tschaikowsky – Konservatorium in Moskau. Nach ihrer Promotion in Musikwissenschaft erhielt sie einen Lehrauftrag für Musikgeschichte und Orgel an der Musikakademie in Minsk und eine Stelle als Organistin an der Belarussischen Staatlichen Philharmonie.
Ekaterina Kofanova setzte ihr Orgelstudium bei Prof. Martin Sander an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg fort, wo sie ihr Solistendiplom mit Auszeichnung sowie ein kirchenmusikalisches Studium abgeschlossen hat. Anfang 2009 wurde sie als Kirchenmusikerin und Leiterin der Konzertreihe an der Friedenskirche in Bern gewählt. Seit März 2016 ist Ekaterina Kofanova Titularorganistin an der Peterskirche Basel.
Als Organistin übt Ekaterina Kofanova eine rege Konzerttätigkeit in der Schweiz sowie anderen europäischen Ländern aus. Sie nahm an Meisterkursen namhafter Interpreten teil und erhielt Auszeichnungen bei bedeutenden internationalen Orgelwettbewerben. Außerdem ist sie als Kammermusikerin und Chorleiterin aktiv.
Eintritt frei, Kollekte













