Die Orgel im Dialog mit Tschechien
Konzert
Montag, 24. Oktober 2016, 19:30 Uhr
Pavel Kohout, Prag, Orgel
Werke von Bach, Seger, Fischer, Vaňhal, Kuchař, Musil und Eben
Eindrücke vom Konzert
Konzertprogramm
|
Joann Sebastian Bach |
Brandenburgisches Konzert Nr. 3, BWV 1048 |
|
Josef Seger |
Präambulum in d-Moll |
|
Johann Caspar Ferdinand Fischer |
Passacaglia in d-Moll |
|
Jan Křtitel Kuchař |
Largo in g-Moll |
|
Jan Křtitel Vaňhal |
Präambulum in Es-Dur |
|
Peter Eben |
Versetti II: Ad Communionem "Adoro Te" |
|
František Musil |
Sonata solemnis |
Konzertinformationen
Das Orgelland Tschechiens, bestehend aus den historischen Ländern Böhmen, Mähren und kleinen Gebieten Schlesiens, kann auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurückblicken. Die Besiedlung der Grenzregionen mit Deutschen (Sudeten) brachte eine kulturelle und orgelbauliche Bereicherung und ermöglichte einen fruchtbaren Austauschprozess mit den tschechisch sprachigen Landesteilen. Daher entwickelten sich Orgelbau und Orgelmusik weitgehend ähnlich wie in Nord- und Mitteldeutschland. Auch für die Komponisten waren die Grenzen bis zum Zweiten Weltkrieg weitgehend durchlässig. So reiste Mozart wie viele andere deutsche Musiker nach Prag, und es war der Prager Komponist Jan Kuchar, der den ersten Klavierauszug der „Zauberflöte“ anfertigte. Aus dieser „guten alten“ Musikzeit in den Gebieten des heutigen Tschechiens wird Pavel Kohout einige Orgelstücke präsentieren, vom eben erwähnten Jan Kuchar (1761-1829), dann von Josef Seger (1716-1782, Johann Adam Späth (1742-1794) und Johann Baptist Wanhal (1739-1813). Zur existentiellen Bedrohung für Orgeln und Orgelmusik in der Tschechoslowakei wurde 1948 die Machtübernahme durch die Kommunisten. Die Enteignung der Kirchen, Auflösung der Klöster und die Unterdrückung des kirchlichen Lebens wirkte lähmend auf Orgelbau und Kirchenmusik. Im gleichen Zeitraum wurde aber eine grosse Anzahl von Orgeln in Sälen, zu Konzertsälen umgewandelten Kirchen und sogar in den Festsälen der Rathäuser gebaut. Die Ausbildung von Organisten an staatlichen Hochschulen brachte bemerkenswerte Spieler von teilweise internationalem Rang hervor. Als Komponist erreichte etwa Petr Eben (1929-2007) weltweite Bedeutung. Eben diesen Komponisten wird Pavel Kohout ebenfalls in seinem Konzert in der Peterskirche vorstellen. Quelle: J.Kocourek/Ars Organi
Über den Solisten
Pavel Kohout, Orgel
wurde 1976 in Prag geboren. Nach vier Jahren Klavierunterricht studierte er am Prager Konservatorium Orgel bei Jan Kalfus. Weitere Studien führten ihn ans Sweelinck Konservatorium in Amsterdam dann zurück nach Prag, wo er über die „Historische Aufführungspraxis auf den süddeutschen Barockorgeln“ doktorierte. Pavel Kohout besuchte Meisterklassen bei Ludger Lohmann, Harald Vogel (Deutschland) sowie Jean Boyer und Olivier Latry (Frankreich). Pavel Kohout wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so gewann er bereits als 24jähriger den ersten Preis an der „International Organ Competition“ von Musashino-Tokyo, weitere Auszeichnungen folgten in Wettbewerben in Ljubljana, Vilnius, Prag, Kalingrad, Brugges und Lübeck. Pavel Kohout gilt als einer der begehrtesten Orgelsolisten seiner Zeit und ist auch viel gefragt als Leiter von Meisterklassen und Jury-Mitglied bei Wettbewerben. Unter seinen zahlreichen CD-Einspielungen sind diejenigen auf der ältesten noch existierenden Prager Orgel (Mundt 1673) und der Katzer&Weltzel-Orgel aus dem Jahr 1738 besonders zu erwähnen.
Eintritt frei, Kollekte























