Verein Orgelmusik St. Peter

Konzerte 2016

16. Mai 2016, 19:30 Uhr

Pfingstkonzert

 

13. Juni 2016, 19:30 Uhr

Orgel und Männerstimmen

 

18. Juli 2016, 19:30 Uhr

Orgel in Frankreich

 

22. August 2016, 19:30 Uhr

Orgeltranskriptionen

 

26. September 2016, 19:30 Uhr

Orgel und Tango

 

24. Oktober 2016, 19:30 Uhr

Orgel in Tschechien

 

21. November 2016, 19:30 Uhr

Orgel und Violine

 

Die Orgel im Dialog mit der Violine

Konzert

Montag, 21. November 2016, 19:30 Uhr

Ekaterina Kofanova, Orgel
Romain Hürzeler, Violine
Werke von Bruhns, Bach und Scheidt

Eindrücke vom Konzert

Konzertprogramm

Johann Sebastian Bach
1685-1750

Präludium und Fuge a-moll BWV 543 (Orgel solo)
Sonata I in g-Moll für Violine solo BWV 1001: Adagio
Fuge d-Moll BWV 539 (Orgel solo)
Sonata I in g-Moll für Violine solo BWV 1001: Siciliana

Samuel Scheidt
1587-1654

Niederlandisch Liedgen. Cantio Belgica „Weh windgen weh“
(aus Tabulatura Nova)

Johann Sebastian Bach

Sonata I in g-Moll für Violine solo BWV 1001: Presto

Nicolaus Bruhns
1665-1697
Praeludium in e-Moll (Orgel solo)

Johann Sebastian Bach

Sonata III in E-Dur für Violine und Cembalo BWV 1016
       Adagio – Allegro – Adagio ma non tanto – Allegro

Konzertinformationen
Wie die Violine das Orgelspiel inspirierte

Die Orgel wird oft als Instrumenten-Orchester bezeichnet: Tatsächlich finden sich unter ihren Registern Flöten, Trompeten, Gamben und Violen, die den Klang der „echten“ Orchesterinstrumente nachahmen sollen. Aber nicht nur den Klang, sondern auch charakteristische Spielweisen hat die Orgel bisweilen übernommen. So beispielsweise den Begriff „Imitatio Violistica“, der aus der „Tabilatura nova“ von Samuel Scheidt (1624) stammt. Damit ist eine besondere Spielart gemeint, die auf den Tasten wiedergeben soll, wie „die Violinen mit dem Bogen schleiffen“.
Für Komponisten nördlich der Alpen ging die Faszination für die Violine mit der generellen Verehrung der italienischen Musik einher, vor allem der virtuosen Musik für Streicher. Als Ergebnis der lebhaften Auseinandersetzung von Bach und seinen Zeitgenossen mit den italienischen Vorbildern entstanden u.a. einige Bearbeitungen der Instrumentalkonzerte von Vivaldi und Zeitgenossen, die sich auch heute noch grosser Beliebtheit erfreuen.
Einen Sonderfall im Rahmen der freien Orgelwerke Bachs stellt die vergleichsweise weniger bekannte Fuge d-Moll BWV 539 dar: eine Orgeltranskription der Fuge aus der Sonate für Violine solo g-Moll. Ob diese Transkription von Bach selbst oder von jemandem aus seinem nächsten Umfeld stammt, lässt sich nicht eindeutig belegen. Jedenfalls zeugt die Umsetzung der im Original stellenweise nur angedeuteten Polyphonie in einen vollständigen Orgelsatz von der einfallsreichen Könnerschaft, die wir auch in Bachs Orgelkonzerten nach Vivaldi erkennen.
So wie Bach dem Melodie-Instrument Violine komplizierte polyphone Kunststücke zumutet, so verleiht er manchen seiner Orgelwerke einen konzertierenden Charakter, in dem „violinistische“ Einflüsse spürbar werden, wie in Präludium und Fuge a-Moll BWV 543. Das hatte in der norddeutschen Orgelschule Tradition: auch Buxtehude oder Bruhns liessen sich von dem Streichinstrument inspirieren. Da war es sehr hilfreich, dass Musiker damals mehrere Instrumente beherrschten. Von Nicolaus Bruhns wird berichtet, dass er auf der Orgelbank sitzend Violine spielte und sich selber mit den Füssen auf dem Pedal begleitete. In unserem Konzert verzichten wir zwar auf solche Kapriolen, lassen aber die beiden Instrumente im Dialog ihre geheime Verwandtschaft offenbaren. Ekaterina Kofanova

Über die Musizierenden
Ekaterina Kofanova, Orgel

kofanovawurde 1973 in Minsk (Belarus) in eine musikalische Familie geboren. Sie erhielt vielseitigen musikalischen Unterricht am Musiklyzeum in ihrer Heimatstadt, wo sie 1991 mit Auszeichnung abschloss. 1991 - 1999 studierte Ekaterina Kofanova am Staatlichen Tschaikowsky - Konservatorium in Moskau bei Prof. Alexei Parschin (Orgel) und Prof. Dr. Inna Barsova (Musikwissenschaft). Nach ihrer musikwissenschaftlichen Promotion erhielt sie einen Lehrauftrag für Musikgeschichte und Orgel an der Belarussischen Staatlichen Musikakademie in Minsk und eine Stelle als Organistin an der Belarussischen Staatlichen Philharmonie. Im Oktober 2002 begann Ekaterina Kofanova als Stipendiatin des DAAD das künstlerische Aufbaustudium im Fach Orgel an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg bei Prof. Martin Sander (Abschluss 2004 mit Auszeichnung). Im Jahr 2009 hat sie ihr Solistendiplom (Konzertexamen) ebenfalls mit Auszeichnung absolviert, 2011 folgte der Abschluss ihres kirchenmusikalischen Studiums (Kirchenmusik-A). Meisterkurse unter der Leitung von Jean Guillou, Martin Haselböck, Ton Koopman, Andrea Marcon, Harald Vogel u.a. rundeten ihre Ausbildung ab. Während des Studiums war sie Organistin an der Ev. Kirche Hirschberg-Leutershausen (historische Link-Orgel, 1898). 2009 bis 2015 war Ekaterina Kofanova Organistin und Chorleiterin an der Friedenskirche in Bern.
Als Organistin trat Ekaterina Kofanova in vielen Städten Russlands und Belarus sowie in Deutschland (u.a. Kaiser Willhelm Gedächtniskirche Berlin, Dom zu Erfurt, Orgeltage Ruhr), Schweiz (Fraumünster Zürich, Berner Münster), Holland (St. Stevenskerk, Nijmegen), Frankreich, Italien und Polen auf. Ihr Repertoire umfasst zahlreiche Werke von Barock bis Moderne. Beim 48. Internationalen ARD Wettbewerb (1999) und beim Internationalen Orgelwettbewerb in St. Albans (Grossbritanien, 2003) wurde sie als Teilnehmerin der Endrunde ausgezeichnet. 2006 gewann sie den 1. Preis bei dem Internationalen Wettbewerb "Premio Valentino Bucchi", Orgelmusik des 20. und 21. Jahrhunderts (Rom). Neben dem solistischen Spiel erfolgten zahlreiche Auftritte in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen sowie Zusammenarbeit mit Chören und Orchestern (Philharmonisches Kammerorchester Minsk, Heidelberger Sinfoniker, Konzertchor Darmstadt, Konzertchor Biel-Seeland u.a.). Ab 1. März 2016 ist Ekaterina Kofanova Titularorganistin an der Silbermann/Lhôte-Orgel der Basler Peterskirche.

Romain Hürzeler, Violine

huerzelergeboren 1981, studierte bei renommierten Lehrern wie Lydia Mordkovitch, Pierre Amoyal, Valery Klimov and Igor Ozim. Sein Solistendiplom erlangte er 2006 an der Hochschule der Künste Bern, wo er Violine, Kammermusik, zeitgenössische und Barockmusik studierte. Er ist Preisträger merherer nationaler und internationaler Wettbewerbe. Neben dem solistischen Spiel arbeitet er mit verschiedenen Orchestern zusammen, u.a. Camerata Bern, Berner Symphonieorchester, Orcestra Filarmonica de Gran Canaria und als Konzertmeister bei Orchestra Classica in Bern. Er ist Mitbegründer des CELANI-TRIO (2010).

Eintritt frei, Kollekte

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